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Freitag, 25. Oktober 2013

Mütter, Mütter

Es gibt Mütter, die findet man im Hormonrausch total nett. Am Liebsten würde man sogar mit ihnen eine WG gründen und die Kinder gemeinsam großziehen. Doch der Hormonspiegel sinkt stetig. Ein Jahr nach der Geburt ist man zwar immer noch nicht die alte, doch befindet man sich sicher auf der Zielgeraden. Und ich sage Ihnen, es wird immer gruseliger!
Anton hat hier einen Kumpel in der Nachbarschaft. Der ist ein Jahr älter, aber in seiner Entwicklung in vielen Dingen noch nicht so weit wie Anton. Im Hormonrausch dachte ich, och ja, jedes Kind ist anders, dann braucht er eben ein wenig länger. Jetzt denke ich mir, nö, der ist doof, aber echt. Im Hormonrausch fand ich seine Ausfälle gegen Anton schon gemein, dachte mir aber, er ist eben ein wenig rüpelig. Er rannte immer zu Anton und riss ihn rückwärts runter, schubste ihn, so dass er fiel und holte aus dem Nichts mit einem Faust großem Stein aus, den er dann Anton grinsend auf den Schädel schlug.  Als letzte Tat hatte er, Anton hatte glücklicherweise seinen Fahrradhelm auf, einen Spaten auf Antons Kopf geschlagen. Nachdem Anton aber nicht reagierte schlug er ihm damit noch vor die Brust und vor das Schienbein. So, und was meinen sie jetzt, hat seine Mutter getan? Nichts? Nein, sie begann mit meinem Sohn zu diskutieren, dass er doch bitte ihrem Sohn die Spielzeuge lassen sollte. Jau, dachte ich mir, dass du man auch irre bist, aber so richtig. Ich nahm meinen Sohn und wir gingen. Ein paar Tage später traf ich sie auf der Strasse. Ihren dümmlich grinsenden Sohn dabei. Sie erzählte mir irgend einen Unfug, der für sie elementar wichtig war. Ich konnte darauf nur , oh, dass ist doch scheiße, sagen. Darauf hin wurde ich von der Übermutter gerügt! Wie ich so etwas sagen könnte, es gäbe doch Alternativen! Scheibenhonig, zum Beispiel! Ich dachte, ich höre nicht richtig. Hatte diese Irre mich jetzt zurechtgewiesen? Bitte, fragte ich sie. Und sie wiederholte ihren Blödsinn erneut. Oh, sagte ich, dass werde ich nicht tun! Mein Kind darf auch mal ordentlich Scheiße sagen, wenn ihm danach ist. Und außerdem bin ich nicht so pädagogisch wertvoll und will es auch nicht werden! Sie sah mich jetzt genauso dümmlich an wie ihr Sohn. Aber der arme Kerl muss es auch irgendwo herhaben.
Verstehen Sie mich? Ohne diesen Hormonflash relativieren sich sehr viele Dinge. Erst recht solche Mütter!

Mittwoch, 15. August 2012

Hitzewelle

Es ist hier sowas von schwül und drücken, dass es schon richtig fies ist.
Anton bekommt die letzten (!) 4 Backenzähne und ist richtig unausgeglichen. Dass schmerzt aber auch schlimm!
Am Sonntag wurde hier Rasen gemäht. Johannes, Sie erinnern sich, hat sich darauf beschwert und HerrnL. Eine Mail ins Büro geschickt. Tenor, HerrL. möge doch seiner bösen Frau mitteilen, dass man sowas nicht tut. Bitte, ich habe nicht gemäht. Ich habe ihm nur auf seine lautsarke Pöbellei durch das Gehölz hindurch passend Antwort gegeben. Das es mich persönlich freut, dass er weiß, dass Sonntag ist. er kann nicht mehr spannen und das wurmt ihn, glaube ich. Denn mittlerweile ist der Kirschlorbeer und die Birke so hoch, dass die beiden keine Chance mehr haben was zu sehen. Katherina hat dafür heute mal wieder ihre Kinder angeschrien. Sehrwahrscheinlich musste sie am Wochenende seine Allmachtsphantasien aushalten und schön devot sein. Aber jeder braucht ja mal ein Ventil, auch Johannes. Er war schon lange nicht mehr auf dem Dach. Oder ich habe das nicht mehr so im Blick. Vom Dach aus könnte er aber etwas sehen. Ob ihm das noch nich aufgefallen ist?
Vielleicht würde dann auch die Stimmung dort besser, nur müssten sie dann mit Stühlchen auf das Dach ziehen, um dauerhaft den Überblick zu behalten. Nur wohin dann mit den Kindern?
Stellen Sie sich das mal vor: Die zwei würden ihrer Stasi-Passion folgen und aufs Dach ziehen, Tag und Nacht. Sie würden von Lieferdiensten mit dem Nötigstem versorgt, nur das Waschen würde eingestellt. Den Toilettengang würden sie auch optimieren können, indem sie in ihre Stühle passende Löcher schneiden und sie an die Regenrinne anschliessen. Für die zwei muss das doch das Paradies sein. Freie Beschattungs-Aussicht auf alle Nachbarn, selbts Nachts.
Hach...

Montag, 3. Oktober 2011

Was Neues von der Nachbarschaft

Ich sitze gerade auf der Terasse und lauche meinen Nachbarn. Mike hat Besuch von seiner erwachsenen Tochter. Sie ist gerade aufgestanden und Mike fragt sie erst mal gepflegt aus, wo und wie sie die Nacht verbracht hat. Mike :" Ja, im Kitchen Club, da war ich doch auch immer!" Oh man, dass waren noch die heißen Zeiten, als Mike auf Frauenjadt war.Seine Tochter ist höflich genug um nicht darauf einzugehen. Mikes Freundin gärtnert wärend dieser tiefgründigen Gespräche. Plötzlich fragt Mike völlig unerwartet nach der Herkunft der Tischdecke. Er erhält höflich Antwort, die er mit "jau, mhm" quittiert.
Doch ich wollte Ihnen nicht von dem Freiluftverhalten meiner Nachbarschaft erzählen, sonder von dem in den frühen Morgenstunden.
Jeden Morgen um kurz nach vier kommt der Zeitungsbote.
Fragen Sie mich nicht warum ich da wach bin, bin ich einfach.
Also, jeden Morgen um kurz nach vier hält ein Auto und die Treppen zu den einzelnen Häusern werden erklummen. Ich habe ihn übrigens noch nie gesehen, den Zeitungsboten. Manchmal, in besonders schlaflosen Nächten denke ich, dass es doch sicher nett wäre ihm mal die Tür zu öffnen und die Zeitung persönlich in Empfang zu nehmen. Er hat mich ja auch noch nie gesehen. Und vielleicht ist er genauso neugierig wie ich?!
Also, jeden Morgen zur gleichen Zeit bringt er die Zeitung. Da Mikes Haus unterhalb unsers Hauses liegt, bekommt er immer zu erst die Zeitung.
Mike besitzt einen großen Hund, Ajax. Nein, der Hund ist schwarz, nicht weiß. Und Ajax schlägt jeden Morgen an, wenn der Zeitungsbote die Zeitung bring. Und jeden Morgen schreit dann Mike schlaftrunken durchs Haus, :" Ajax, aus! Ajax!"
Wirklich jeden Morgen!
Ich liegen dann wach im Bett und könnte los schreien vor lachen, jeden Morgen. Manchmal, da stupse ich Herrn L. an und flüstere ihm zu,:" Hast du gehört, die Zeitung ist da!" Herr L. weiß aber diese Information nicht zu würdigen, er dreht sich meist murrend zur Seite und schläft. Ich liege dann noch ein weilchen wach und grinse.

Dienstag, 28. Juni 2011

Mittagsruhe

Kann mir bitte jemand erklären, warum dieser gestörte Nachbar ständig, wirklich ständig, in der Mittagszeit anfängt lautstark zu werkeln?
Hat er nichts sonst zu tun? Langsam nervt es! Immer ab 13 Uhr beginnte er zu hämmern, zu sägen oder sonst einen lautstarken Unfug zu treiben. Dass ist genau die Zeit, in der ich Anton schlafen lege. Jedesmal bete ich, dass er von diesem Irren nicht wach wird. Gerade hier in dieser Spiessergegend sollte man doch meinen, dass auf die, zwar nicht offiziell vorhandene Mittagsruhe gepocht wird. Aber vielleicht hat er ja sein Hörgerät verlegt und empfindet es garnicht als so schrecklich laut! Geht der mir auf die Nerven! Heute ist es so heiß, vielleicht erlegt ihn ja das Wetter.

Dienstag, 31. Mai 2011

Spiesser

Herr L. stellt den Motor ab. Gerade sind wir vom Geburtstag des Patenkindes nach Hause gekommen. Anton sitzt in seiner Babyschale und schläft. Langsam löse ich den Gurt und hiefe unseren Sohn aus dem Wagen.
Herr L. grüsst einen Nachbarn, der gerade mit dem Fahrrad ankommt. Er radelt zu mir und schaut Anton an.
" Oh, er schläft," sagt er leise.
"Ja. Er," ich zeige auf ein Nachbarhaus,"macht immer das Fenster demonstrativ zu, wenn er mal quäkt."
"Machen Sie doch das Fenster zu, wenn er mal wieder auf seinem Baumstumpf rumklopft.echt, geht garnicht, ich habe ihm schon angeboten mit der Kettensäge vorbeizukommen."
Hier wird Herr L. hellhörig, Stichwort Kettensäge, und wir kommen ins Gespräch.
"Er geht ja auch Tennis spielen, aber dass macht ihn auch nicht ausgeglichener."
Der Nachbar beginnt zu lachen und erzählt.
Die Ehe des einen Nachbarns war schon seit Jahren kaputt. Seine Frau hatte irgendwann mal gesagt, dass er sie bloss nicht mehr anfassen sollte. Er könnte ja in den Puff gehen. Dass hat die Gute übrigens öffentlich in der Nachbarschaft rumerzählt. Er hat das wörtlich genommen.
Da beide aber eine Tochter haben, ist der Papa dann eben Tennis spielen gegangen. In voller Montur.
Ich konnte mich vor Lachen fast nicht mehr halten.
Das Problem ist, er erzählt mir immer von seinen Tennis- Tournieren.
Beim nächsten mal muss ich aufpassen, dass ich nicht vor Lachen zusammen breche.

Freitag, 4. Februar 2011

Paketdienst

Mike, mein Nachbar, Sie erinnern sich, ist seit kurzem in den Vorruhestand eingetreten.
Seine Pläne zum Zeitvertreib schienen nach der ersten Woche bereits an Spannkraft verloren zu haben, so dass man ihn eher missmutig, als freudig sein neues Rentnerdasein frönen sah. Häufig stand er vor seiner Garage und sprach jeden an. Er versuchte selbst mit mir eine Art Gespräch aufzubauen, was aber leider an meiner rotzigen Art und meinen gesteigerten Vorurteilen ihm gegenüber immer wieder kläglich scheiterte. Mit traurigen Augen, so dass es mich schon rührte, zog er meist ab.
Irgendwann nahm er dann ein Paket für mich an.
Antons Schneeanzug, der leider mittlerweile zu klein ist, aber das nur am Rande.
Missmutig schellte ich an und setzte mein schönstes unechtes Lächeln auf. Freudestrahlend, eines menschlichen Wesens bewusstwerdend, öffnete er die Türe. Geschlagene 20 Minuten hörte ich ihm zu. Er erzählte mir so viele Dinge, die ich niemals wissen wollte.
So, und jetzt hat Mike den Zustelldienst für sich entdeckt!
Da seine Freundin, die im übrigen ausgesprochen nett ist, noch arbeitet und zwei erwachsene Kinder hat, die gerade flügge werden, der Sohn zieht in seine erste eigene Wohnung, weiß ich alles von Mike, fragen Sie nicht warum, gedenkt er jetzt ein Familienmensch zu werden und sich um die zwei Kinder zu sorgen. Das heißt im Klartext, Mike ist zu deren Paketannahmestelle mutiert! Der Sohn scheint sich hauptsächlich mit Bauer einzurichten. Woher ich das weiß! Die Pakete stehen bei uns im Flur und warten auf Mike!
Vor ein paar Tagen schellte es zum ersten Mal.
„ Hallo, bei der 24 hängt ein Zettel, ich soll bei der 26 schellen und da das Paket abgeben. Bitte!“
„ Ja, wenn dort ein Zettel hängt...“
Schwupps standen die beiden Pearlpakete bei uns im Flur.
Etwas später
„ Hallo, ich hätte ein Paket, bei der 26 hängt ein Zettel, ich soll bei der 24 schellen und da das Paket abgeben.“
„ Ja, bitte..“
Das erste Bauerpaket enterte unseren Flur.
Verwundert betrachtete ich die Ausbeute. Leider, leider gehört es sich nicht fremde Post zu öffnen, auch wenn es Pakete sind, aber ich kann es Ihnen ja sagen, mich hat es gehörig in den Fingern gejuckt. Egal.
Abends schellte es und Mike stand vor der Türe. Er lächelte schonungslos sein zahnpastafreies Lächeln. Dabei entblößt er Kronen, die aussehen als ob sie gleich ein Eigenleben entwickeln und zuschnappen. Gruselig!
Lang und breit erzählte er von seinem heutigen Ausflug und für wen denn die Pakete wären. Und der Zettel, der wäre ja aus der Not entstanden, er hatte da gedacht, dass ich da wäre. Ist klar!
Heute schellte es wieder.
Da ich Anton auf dem Arm trug öffnete ich nur das Türkläppchen. Dieses mal kam ein Paket für mich an! Dass der Bote zu mir sagte, : „ Brauchst Du Hilfe Kleines?!“,
ignorierte ich geflissentlich.
Nach fünf Minuten schellte es wieder.
„ Hallo, bei der 26 ist niemand zu Hause, können Sie das annehmen?“
„ Ja, klar!“
So, und jetzt stehen hier zwei große schwere Bauerpaket im Flur und warten auf Abholung von Mike. Bestimmt kommt Morgen noch der neue Wohnzimmerschrank an. Vielleicht sollte ich schon mal die Garage leer räumen, denn der Flur ist voll.

Freitag, 24. September 2010

Oh Johnny!





Man sieht nicht viel, aber trotzdem!
Leider war ich nicht schnell genug. Aber das ist Johannes in Aktion.

Donnerstag, 22. Juli 2010

Und schon wieder...

Ich lade meinen Kofferraum aus.
Da kommt der cholerische Nachbar im Raddress aus seiner Haustüre. Nickt kurz, guckt und fragt schließlich:" Frau L. ist da ein Kind drin?"
"Herr Ö., wonach sieht das denn aus?"
" Ja, ich dachte, ich frag mal."
?

Dienstag, 15. Juni 2010

Menno

So, kaum bin ich mal ein paar Stunden weg, da steht eine Leiter an Johannes Flachdach!
Was soll das denn?
Aber was noch viel schlimmer ist, ich sehe ihn nicht!
So ein Mist!
Aber bestimmt guckt er sich jetzt gönnerhaft die Baumarbeiten an.
der cholerische Nachbar mäht jaetzt auch noch schnell seinen Rasen, man weiß ja nie, vielleicht darf er ja auch gleich noch mit auf das Flachdach und von dort oben mal ordentlich die Nachbarschaft anpöbeln!

Baumarbeiten

Seit 8.00 Uhr heute morgen wird im Nachbargarten gewerkelt.
Auf dem Rasen steht ein alter Pflaumenbaum, der seit Jahren schon morsch und marode ist. Je nach Sturmstärke verlor er mal mehr mal weniger von seinen Ästen, wachsam beäugt von Katherina und Johannes. Ganz speziell Johannes hat sich als Nachbarschaftsretter auserkoren. Ständig weist er darauf hin, dass der Baum eine Gefahr darstellt und eigentlich schon tot ist. Das tot stimmt aber nicht, denn im Herbst trägt er so viele Früchte, dass sich seine alten Äste biegen.
Nach dem letzten starken Wind brach ein dicker Ast ab und der Stamm weist eine riesige Narbe auf.
Heute Morgen rückten dann Klaus und Hans an. Beide Mitte Ende vierzig, dünn, schnittige Kurzhaarfrisur und die ungesunde gelblich graue Raucherhaut.
Hans kletterte mutig auf den morschen Ast und wickelte das Seil um ihn. Dann zückte er die Laubsäge und begann mit lahmem Arm, unter Zurufen von Klaus, zu sägen.
Nach 5 Minuten wurde eine Pause eingelegt. Hans immer noch auf dem Ast und Klaus mit dem gespannten Seil am Boden.
Das Bodenpersonal war der Meinung das das so mal nicht funktionieren würde.
Hans betrachtete ausgedehnt die Säge und gelangte zu der gleichen Überzeugung.
„ Ja, die ist ja auch bestimmt schon fünfzig Jahre alt, hält aber immer noch!“
Doch kampflos vom Ast absteigen, dass wollte er auch nicht. Er begann zu sägen, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Dann kletterte er behände wie eine achtzigjährige Bergziege vom Baum und Klaus durfte ziehen. Und ziehen und ziehen... , bis der Ast endlich abbrach.
Jetzt war es aber mal an der Zeit für eine Zigarettenpause.
Beide diskutierten freudig über die Vorteile einer Kettensäge und ob sie jetzt nicht, da der morsche Ast ab ist, jetzt ihre Mission erfüllt hätten.
Plötzlich eine harsche Männerstimme aus dem anderen benachbarten Garten. Unser cholerischer Nachbar, der Freund von Johannes hatte fertig gefrühstückt und mischte sich jetzt fröhlich in die Baumsanierung ein.
„ Ihr wollt den Baum doch so nicht sehen lassen! Der ist 70ig Jahre alt, macht den weg, die Pflaumen fallen immer in mein Beet und auf den Rasen und es stinkt!“
Der Nachbargarten besitzt übrigens mit der Nagelschere getrimmte Rasenkanten, nur so als Info.
„ Wenn ihr den nicht fällt, dann schlage ich da einen Kupfernagel rein, dann ist er auch weg!“
Hans und Klaus, in ihrer Pause aufgeschreckt, konnten mit soviel unbeherrschtem Unmut nicht umgehen. Außerdem sie sahen ihren Feierabend sicher schon gefährdet.
„ Wir können nur das machen, was uns gesagt wurde. Der Baum sollte nicht gefällt werden!“
Der cholerische Nachbar legte noch mal lautstark nach, so dass beide Jungs ehrfürchtig am Gartenzaun standen und den Pflaumenbaum-Hasstiarden lauschten. Hans verließ als erster das Schlachtfeld.
Der cholerische Nachbar stampfte schnaubend von dannen und jetzt war meine Zeit gekommen.
Freundlich lächelnd stellte ich mich an den Gartenzaun. Klaus sah mich und kam auf mich zu, die Augen immer noch vor lauter Schreck weit aufgerissen.
„ Mensch, der schöne alte Baum, der braucht nur ein bisschen Pflege, wäre doch schade, wenn er gefällt würde. Jedes Jahr trägt er noch so viele Früchte. Können Sie ihn nicht zurückschneiden, so dass er wieder austreiben kann?“
Klaus, ganz Gentleman, : „ Ja, wäre ja schade. Ich geh mal gucken was ich machen kann.“
Klaus verschwand, kam nach 5 Minuten mit Hans und der Kettensäge zurück und versicherte mir, dass der Baum nur zurückgeschnitten wird.
Ich lächelte wieder ganz entzücken und verließ dann grinsend den Gartenzaun.
Diese elenden alten Spießer hier! Soll er doch in seinem Wohnzimmer ein Plastikparadies bauen!
Der Baum ist jetzt so weit zurückgeschnitten, dass er niemanden mehr gefährdet.
Und er kann noch austreiben und neue Pflaumen tragen, die er gerne in sämtliche Nachbargärten verteilen darf!

Donnerstag, 29. April 2010

Schönes Wetter

Mir ist warm und ich bin undönig! Muss das Wetter denn immer so schlagartig wechseln, das kann doch nicht gesund sein! Johannes war immer noch nicht auf dem Dach. So wie es aussieht wird das wohl dieses Jahr auch nichts, er macht keine Anstalten!Und ich kann ja wohl schlecht da anschellen und sagen, pass mal auf mein Freund, jetzt husch husch aufs Dach mit Dir, dass habe ich mir verdient. Da wird er noch dämlicher als sonst aus der Wäsche gucken und bestimmt anfangen zu weinen. Ihn würde ich so einschätzen, es gibt doch solche Menschen, die weinen um andere unter Druck zu setzen, dazu gehört er bestimmt. Anders würde er es doch garnicht mit Katharina aushalten. Oder er hat ein gut verstecktes Alkoholproblem, das würde auch diese Verweigerei mit dem Dach erklären. Aber das führt zu weit, ich will ihm ja nichts unterstellen, doch manche Fragen bleiben eben. Warum klettert er nicht auf das Dach? Das Wetter ist schön, er kann noch nicht das Dach nach dem Winter gesäubert haben und das Spionagehobby wird er auch nicht abgelegt haben. Also, warum turnt er dann nicht entlich mal auf seinem Flachdach rum?!
Man, J.O.H.A.N.N.E.S, entertain me!

Donnerstag, 25. März 2010

Nachtrag

Johannes war nicht auf dem Dach!
Hoffentlich wird er das nicht am Wochenende machen, da bin ich nicht da!

Es gibt hier nicht nur Johannes....

Mike, Mitte-Ende fünfzig, untersetzt, schüttere graue Igelfrisur, ungepflegte Zähne und trägt mit vorliebe Poliesterhemden mit Poliesterpullundern.
Er wohnt neben uns, nicht direkt, dazwischen sind noch 2 Garagen, doch so, dass unsere Gärten aneinander stoßen.
Zum Einzug berüßte mich Mike mit den Worten:- Ach, ich habe noch ein Fernglas, hier ist ja nichts los, da kann ich in Ihr Schlafzimmer gucken!-
Ich sah ihn sehr verwundert an und dachte im Stillen bei mir,du notg... kleiner Spiesser,geantwortet habe ich ihm:-Machen Sie sich keine Sorgen, ich besitze auch ein Fernglas, dann können wir uns gegenseitig bespitzeln!- und habe ganz entzückend gelächelt.
Früher wohnte noch Conny mit Tochter bei Mike. Doch nachdem Mike außer ehelichen Kontakt zu diversen Damen gesucht hat, hatte sich das mit Conny und Tochter erledigt.Aber nicht ohne filmreife Trennung. Mike muße ausziehen und Conny machte es sich nett.Gemeinsam besuchten sie die Paartherapie der Kirche und nach einem knappen Jahr zog Mike wieder ein.Es schien alles wieder in Ordnung, bis zu dem Tag, an dem Conny die Telefone aus der Wand riss und sich die Pulsadern aufschnitt.Mike hatte ihr von einem erneuten Fehltritt berichtet.Conny wurde gerettet und Mike zog erneut aus. Conny machte es sich wieder nett.Leider ist es das Elternhaus von Mike und das wollte er anscheinend nicht kampflos aufgeben. Irgendwann hatte Conny eine eingeschmissene Fensterscheibe und dann eine eigene Wohnung.Woher ich das alles weiß? Conny hat es mir über den Gartenzaun erzählt.Ungefragt!Jedes mal, wenn ich im Garten war, dann schallte ein Hallo zu mir rüber.Manchmal versteckte ich mich hinter der Hecke, in der Hoffnung nicht gesehen zu werden.
Aber wieder zu Mike.
Mike wohnte dann wieder hier, alleine. Seine Freundin hatte ihn auch verlassen.Er vertrieb sich seine Zeit mit Tennis und Nachbarschatsgesprächen. Zu Herrn L. sagte er einmal, so hätte er sich das alles nicht vorgestellt, jetzt wäre er ja alleine.
Herr L. sah ihn nur an. Er konnte darauf nichts antworten.
Nach ein paar Monaten sah man Mike wieder mit einer Frau an seiner Seite, eine sehr nette und hübsche Frau. Verwundert fragte ich Herrn L. , ob sie evtl. blind wäre. Herr L. sah mich darauf vollkommen entgeistert an. Ja, sagte ich, wegen Mike, der riecht doch auch immer so fies. Eines Samstags morgens berichtete Mike dann in einem Männergespräch Herrn L. von der Rekrutierung seiner neuen Freundin. Sie wohnt in der direkten Nachbarschaft, erträgt wohl ihren Mann nicht mehr und hat sich dann Mike geangelt.
Mike strahlte, mit geputzten Zähnen, vor Glück!

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Schlecht- Wetter-Front

An solchen Tagen vermisse ich Johannes. Sie erinnern sich? Johannes, mein Nachbar? Der mit dem Flachdach und der Leiter. Leider war heute auch das Wetter zu schlecht, da wäre er sowieso nicht aufs Dach gegangen, aber trotzdem. Diesen Sommer hat er wirklich wenig geboten, wird halt auch älter. Nur eben an solchen Tagen wie heute würde es mich extrem aufmuntern Johannes in Aktion zu sehen! Müssen nicht bald die Dachrinnen sauber gemacht werden? Hat ein Flachdach so was überhaupt? Letztens in der Stadt, auf der Rolltreppe, da dachte ich-huch, dass ist doch Johannes!- doch war er nicht. Es gibt noch andere Männer die so aussehen, so unattraktiv. Auch Katherina habe ich nur noch sehr selten hinter ihrem Badezimmerfenster, von da kann sie perfekt bei uns reingucken, gesehen. Ob sie jetzt eine andere Beschäftigung hat, außer spionieren? Vielleicht hat Johannes ja gesagt, Katherina, jetzt ist aber Schluß damit!Wir brauchen ein neues Hobby! Oder ob es den beiden vielleicht gesundheitlich nicht so gut geht? Jetzt mache ich mir doch ein wenig Sorgen. Es ist doch komisch wenn plötzlich die Nachbarschaftsstasi in die Altersteilzeit eintritt, dafür muß es doch Gründe geben! Was aber auch sein kann, vielleicht haben sie ja ihre Zweisamkeit neu entdeckt und frönen jetzt ihrem 128. Frühling. Möchte man sich wirklich nicht vorstellen, könnte aber sein!
Aber Mike, der hat gerade Frühling mit seiner Freundin, ganz sicher! Es muß auch die neu aufgeflammte Hitze der Leidenschaft sein, die beide wärmt. Denn sonst könnte ich mir nicht vorstellen warum man bei 10 Grad Celsius mit offenem Schlafzimmerfenster nackt im Bett liegt, natürlich hell erleuchtet! Herr L. weigerte sich daraufhin seiner all abendliche Aufgabe des Schlagladenschließens nach zu kommen, er war zu tiefst bestürzt. Bei dem Gezetere von Herrn L. hatte ich kurzfristig die Idee einen Traumapsychologen einzuschalten. Heute habe ich die Schlagläden, vorsichtshalber, geschlossen gelassen. Vorsicht ist schließlich die Mutter der Porzellankiste! Und Psychologen sind teuer!
Jetzt gehe ich weiter putzen...

Dienstag, 25. August 2009

Gozilla

Neben uns wohnt Benni. Benni ist seines Zeichens ein ganz harter Kerl. Die Nachbarschaft erzittert vor ihm! Letztens stand er im Garten und schrie aus vollem Hals : Ich bin Gozilla! Ich bin Gozilla! G.O.Z.I.L.L.A !
Klar, bis die Mama dann schreit: Benni, sei still oder Du gehst ins Bett!
Benni ist vier.
Er lispelt auch noch ein bisschen.

Dienstag, 11. August 2009

Sommernachtstraum

So ein netter Nachmittag! Die Küche ist jetzt fast fertig, die Sonne scheint und ich sitze hier im Garten. Letztens wurde Herr L. schon von einer Nachbarin angesprochen, dass unser Garten doch sehr verwildert wäre. So was aber auch! Herr L. reagierte darauf sehr abgebrüht, wir würden uns eben auf das Wichtige im Leben konzentrieren. Ja, die Brombeeren schmecken sehr gut. Sie wachsen übrigens dort, wo es früher mal einen Rasen gab. Es ist schon wichtig einmal in der Woche den Rasen zu mähen, dann wächst er auch viel schöner, ja. Nur leider kann ich diese Brombeeren nicht wegbomben und Rasen mähen ist doch wohl perse Männerarbeit! Aber vielleicht wollte die Gute auch Brombeeren, wer weiß.
Aber was ist wenn hinter dem Brombeergestrüpp die rasenkanten getrimmte Paralellwelt der Nachbarschaft beginnt? Mit gut erzogenen kreuzunglücklichen Kindern? Zerütteten Ehen? Mit Johannes und Katherina? Familie Protz und Prunk? Mike und seiner Höllenmaschine? Vielleicht lauern sie schon und warten nur auf den passenden Zeitpunkt uns in ihre Welt zu ziehen. Herr L. wird dann einträchtig mit Johannes auf dem Flachdach stehen und in die Nachbargärten glotzen. Wenn der Nachmittag sich dem Ende zu neigt, dann wird er mit Johannes und dem cholerischen Spießer zwei Häuser weiter sein Feierabendbier trinken und das von mir zubereitete Essen ohne ein Lob in sich hineinschlingen. Ich werde mich mit Katherina blendend verstehen und genauso frustriert aussehen. Wir werden uns dann unser Leid klagen und hinterrücks den anderen in der Nachbarschaft schlecht machen. Natürlich werde ich den Garten pflegen und dabei galant mit Mike plaudern , der mir jetzt ungestraft auf mein Gesäß schauen darf. Bei seinen anzüglichen Witzen würde mir kein böses Wort über die Lippen kommen , soetwas gehört sich schließlich nicht! Auch würde ich dann Tipps zur Gartenpflege austauschen und mich über die Fremdparker aufregen. Mit meiner Nachbarin würde ich mich zu einer schlagkräftigen Einheit zusammen schließen und wir würde gemeinsam , mit Zettelchen für an die Windschutzscheibe, den Kampf gegen die Fremdparker bis zum letzten Zettel kämpfen. Selbstverständlich stünden wir in ständigem Kontakt mit dem Ordnungsamt, genaue Zeitplanung ist schließlich alles. Gerne übernehmen wir auch die Kontrolle der Umweltplaketten hier im Block. Wir sind ja mündige Bürger und jeder, wirklich jeder, muß sich an die Regeln halten!
Gut, die Ehe von Herrn L. und mir wäre dann zwar unglücklich, doch Kompromisse muß jeder schließen und wenn dass unser Beitrag zur Integration in die Nachbarschaft ist, dann sind wir gerne bereit dieses Opfer zu bringen. Was tut man nicht alles für eine gute Nachbarschaft!
DIE BROMBEEREN BLEIBEN!

Donnerstag, 30. Juli 2009

Schön ist es auf der Welt zu sein....

Heute ist wieder Sing- und Akkordeonnachmittag im Altersheim . Träller! Anscheinend mit feucht-fröhlichem Grillabend. So riecht es auf jeden Fall hier. Prost, meine Damen und Herren, trällern Sie ruhig noch etwas und trinken Sie ein Bierchen für mich mit!

Samstag, 11. April 2009

Mike und das Fliewatüt

Die Vögel zwitschern, die Nachbarschaft ist noch ruhig und das Wetter sieht fantastisch aus. Plötzlich ein unregelmäßiges Motorgeräusch-Mike auf dem Roller. Er schlingert mit seinem rotem Flitzer über die Strasse, die volle Breite ausnutzend. Massiver bläulich gräulicher Rauch steigt aus dem Auspuff des Höllengefährts. Mike, mit angespanntem Gesichtsausdruck versucht die geballte PS-Ladung zu beherrschen. Kurzfristig gibt er Gas, aber nur kurzfristig, der Roller schlingerd doch sehr. Langsam knattert er zum Strassenende und vom plötzlichen Mut der Verzweifelten erfasst gibt er vor der Kurve Gas. Der Motor hört sich wacher an doch ich muß kurzfristig wegsehen, auf den Einschlag gefasst. Aber Mike hat sein Stahlross im Griff und fährt beschwingt zum Bäcker um die Ecke.
So ist das eben hier im Frühling!

Samstag, 21. März 2009

Bei uns umme Ecke...

Bei uns um die Ecke gibt es eine Pommesbude mit Sitzgelegenheit. Schnitzelgerichte, Sauerbraten und Hausmannskost stehen auf der Speisekarte.
Von mir wird diese Pommesbude boykottiert, seit Jahren, trotz ihrer guten Angebote. Denn in ihr treffen sich die ganzen Rechten Idioten. Vor einiger Zeit sah ich den Lieferservice. Mir fielen die Augen aus dem Kopf. Also, der Typ vom Lieferservice ist schwarz. Mhm, harter Job, dachte ich. Heute fuhr ich an der geöffneten Tür vorbei. Was soll ich sagen, die Bedienung war sonnenbankgebräund, adrett friesiert und tänzelte graziel zwischen den Tischen entlang. Doch sie war ein Mann, mit offensichtlicher sexueller Ausrichtung .
Langsam fühle ich mich überfordert! Aber evtl. werde ich jetzt doch einmal dort eine Portion Pommes essen, nur so zu Studienzwecken.

Sonntag, 25. Januar 2009

Heute ist Sonntag

Heute ist Sonntag, eigentlich hätte Johannes heute sein Familiengehege verlassen müssen, zum sonntäglichen Kirchgang, aber ich habe ihn nicht gesehen!
Das steigert auch nicht meine Laune! Es wird Zeit das das Wetter besser wird, dann muß er bestimmt wieder aus Dach. Wo er und Katharina sich doch schon nach unserem Umbau erkundigt hatten. Herr L. müßte doch jetzt wohl einen Topjob haben, bei dem was wir da machen. Ich verdiene in meinem Wohnwagen eben nicht soviel, dass weiß Johannes ja, er hatte sich schon mal nach den Preisen erkundigt. Bei soviel Fürsorge, kann ich doch dann im Frühling mit Animation rechnen! Dieses Jahr wird Johannes entweder nackt im Planschbecken, natürlich nur aus pädagogischen Gründen, baden oder sich in einem Spidermankostüm vom Flachdach abseilen. Ich muß ihm das nur noch mitteilen!