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Dienstag, 15. Juli 2008

Rollenverteilung

Gestern regte ich mich fürchterlich über Herrn L. auf. Er ist, wie die meisten Männer, ein Haushaltslegastheniker. Warum? Weiß ich leider nicht. Wir hatten hier schon so einige Trainigseinheiten, aber er scheint dem nicht zugänglich. Vor lauter Wut rief ich meine Schwägerin an. Leider scheine ich sie mit meinem Geschimpfe verschreckt zu haben, nun gut.
Aber ihre Antwort auf mein Gemeckere - dann koche ich nicht mehr für ihn, - war doch sehr befremdlich für mich. - Das ist dann aber keine gute Ehe mehr!- sagte sie im Brustton der Überzeugung. Ich scheine hier in diesem Haushalt die einzige zu sein, die sich über die tatsächliche Rollenverteilung nicht im Klaren ist. Komisch.....

Sonntag, 18. November 2007

Altern

Je älter ich werde, desto seltsamer empfinde ich meine Abendgestaltung. Gestern Abend bin ich mit meiner Cousine , da sie Zahnschmerzen hatte, erst zur Zahnklinik nach Solingen und danach zur Zahnklinik nach Düsseldorf gefahren. Das Event begann um dreiundzwanzig Uhr in Wuppertal und endete um drei Uhr dreißig, ebenfalls in Wuppertal. Dazwischen gab es eine wenig freundliche Empfangsdame, eine unausgeglichene Krankenschwester, einen müden Kieferchirurgen, einen langsamen Tankwart, einen freundlichen Mann, einen Arzthelfer , endlich den Zahnarzt und dann den müden Apotheker. Was mir bei alledem auffiel, früher bin ich zu dieser Zeit aus dem Haus gegangen um mich mit Freunden zu treffen und um Zappeln zu gehen, jetzt verbringe ich diese Zeit meist in irgendwelchen Notaufnahmen oder Ambulanzen. Ein optisches Highlight bin ich dabei jetzt auch nicht, denn im Gegensatz zu früher bin ich um diese Zeit meist Bett fertig. Nein, ich fahre da nicht im Schlafanzug hin, aber mit Brille, abgeschminkt und bleich, ohne Frisur. Das steigert nicht gerade das Selbstbewußtsein, aber wenn man sich, jeden Tag eine gute Tat als Mantra vorsagt, dann fallen die fettigen Haare und die Augenringe nicht mehr ganz so ins Gewicht. Was einen auch hochhält, man kann sich diverse Wartezimmereinrichtungen ansehen und ein internes Ranking erstellen. Hat zwar keinen Sinn, aber es lenkt ab, denn nicht jedes Wartezimmer besitzt einen Flachbildfernseher. Gestern das aber schon! Nur das Programm bestimmte der Arzthelfer, erst Boxen und dann so einen Western .
Naja, aber um langsam zum Schluss zu kommen, ich bin der Meinung ich müsste da mal etwas ändern, an der Abendgestaltung. Kino wäre doch für den Anfang nicht schlecht. Da kann ich mir dann den Film auch aussuchen.

Sonntag, 4. November 2007

Weihnachten

So, jetzt ist es wieder so weit: Weihnachten! Ja, Weihnachten! Wir haben Anfang November und meine Familie plant Heiligabend! Eigentlich mag ich Weihnachten. Aber jetzt geht es los mit, wer kommt denn, schenken wir uns etwas, was essen wir, wo feiern wir, wann fangen wir denn an. Versteht irgendjemand da draußen meinen Stress? Kann es jemand nachvollziehen, dass mir mein nicht allzu großer Kopf , der mit 3 Prüfungen bis Heiligabend ausgelastet ist, nicht danach steht, Heiligabend Lichtjahre im Voraus zu planen? Auch dass ich nicht weiß, ob und wie ich Weihnachten arbeiten muss, und dass ich nicht meinen Dienst verschieben kann, nur weil sich das meine Familie wünscht? Geschenke bekommen und geben finde ich toll, warum sollen wir das jetzt abschaffen? Es reicht doch eine Kleinigkeit, mit der man ausdrückt: ich habe an Dich gedacht als ich es gesehen habe und fand, es wird Dir Freude machen! Wenn ich das zeitlich hinbekomme, dann weiß ich schon, was ich meinem Schwager, ja , Dir Axel, schenken werde. Nämlich etwas Selbstgemachtes! Da ist dann auch kein Kommerz bei! Auch meiner Schwägerin Sabine mit meinem neuen, quasi noch taufrischem Schwager würde ich gerne etwas selbstgebasteltes schenken, wenn es die Zeit zu lässt. Für den Rest habe ich schon einen Plan angelegt, also auch schon alles organisiert! Wo ist da jetzt bitte das Problem? Können wir Heiligabend nicht einfach entspannt angehen, ohne uns vorher wochenlang auf die Nerven zu gehen? Wie gesagt, ich mag Weihnachten, doch bei so einem Rummel wird mir immer wieder schmerzlich bewusst wie sehr ich meine Mutter vermisse! Weihnachten war schön mit ihr, schön ruhig! Kein Theater um das Essen, keine Gästelisten, wer kommt, kommt und es gab die besten Geschenke, da diese mit viel Liebe ausgesucht wurden! Aber das beste an Heiligabend war das Mensch-ärgere- Dich-nicht-Spiel! Es wurde gelacht, geschimpft, gemogelt und geschmollt.Und wer wollte, wer da noch Hunger hatte, konnte danach oder dabei noch etwas essen. Mir war meist nach den ganzen Lachs-, Kottenwurst-,Forelle- und Mettbütterchen schon so schlecht, dass ich den Kartoffelsalat oder den pinken Heringsalat abgelehnt habe. Aber zwischendurch passte immer noch was hinterher, erstrecht ein Schwarzbier.Das gab es nur Weihnachten! Und danach kam das Sektchen, nicht Tannie?! Mir war da schon so schlecht, dass ich dachte ich erlebe die Beschehrung nicht mehr! Und die Plätzchen waren einfach nur großartig!
Es war schön, so selbstverständlich Weihnachten zu feiern, so ruhig und gelassen! Ich fände es schön wenn irgendwann das Weihnachtsfest wieder so selbstverständlich würde, so gelassen!