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Mittwoch, 23. Oktober 2013

Kinderglück (Nachtrag)

Da stand ich.
Fertig, abgekämpft und genervt.
Mein Langarm-Shirt war noch mit Babyrotze beschmiert, die Strickjacke roch jetzt auch nicht mehr so aprilfrisch, der Loop legte sich nicht lässig um meinen Hals, sondern knörwelte sich irgendwo dazwischen rum und die Schuhe hätte ich auch mal putzen können. In der Hand hielt ich das Eis für Anton, der zu Hause, krank, auf mich wartete. Die Oma war glücklicherweise da und passte auf beide Kinder auf, damit ich ins Krankenhaus zu meinem Vater konnte.
Der wiederrum stellte nach 30 Minuten die Frage, wo denn meine Kinder wären. Es dauerte dann noch mal zehn Minuten bis er verstand, dass ich sie nicht alleine zu Hause gelassen habe. Fragen Sie jetzt bitte nicht, es würde zu lange dauern alles zu erklären. Er sieht nicht nur schlecht, er hört auch fast nichts mehr.
Nach einer Stunde anschreien, Missverständnisse erklären und mir Vorwürfe anhören, bin ich dann nach Hause.
In der Verwaltung arbeitet eine Freundin von mir. Ja, dachte ich, kurz mal durchatmen und ein bisschen tratschen.
So, da stand ich nun.
Erzählte ihr, dass Anton schon zwei Wochen krank ist und dass mein Vater sich so sympathisch wie immer präsentiert.
Da sieht sie mich an und sagt, dass ihr auch alles im Momemt quer ginge. Es wäre ja so schrecklich mit den Kindern, sie wüsste garnicht, warum sie sich das angetan hat, man müsste ja auf soviele Dinge verzichten! Ob ich mir vorsellen könnte, was ihr passiert wäre. Sie hätten ja den Babysitter gehabt und wären dann ins Restaurant gefahren (nur zur Info, es war mein Lieblingsrestaurant, da war ich seit 2 Jahren nicht mehr). Gerade hätten sie sich die Speisekarte vorlesen lassen, da hätte der Babysitter angerufen, dass das eine Kind gekotzt hätte. Ja, da mussten sie wieder los. Aber das war so peinlich, alle hätten ja geguckt. Hätte sie das vorher gewusst, dann hätte sie keine Kinder bekommen, da müsste man ja auf alles verzichten.
Da stand ich nun, abgekämpft und schmuddelig, einer Frau in Desingerklamotten gegenüber, die eigentlich alles hat, was man sich so wünscht. Die alles bekommt, was man sich vorstellt. Die wunderbare Kinder hat. Die arbeiten gehen kann, weil ihr Mann die Kinder betreut. Die eine Familie hat, die sie unterstüzt. Die das alles als selbstverständlich hinnimmt. Das steht ihr ja zu! Aber immer unzufrieden ist!
In diesem Augenblick kam ich mir so unzulänglich vor! Kleine schmuddelige Hausfrau und Mutti, mit kleinen schmuddeligen Hausfrauenproblemen.
Aber eins, dass sage ich Ihnen, meine Kinder sind das Wertvollste in meinem Leben!
Und dann bin ich eben voll Babyrotze und kann in den nächsten 20 Jahren nicht in Ruhe Essen gehen, aber es sind meine Kinder, die ich liebe.

Edit:
es ist im Frühjahr passiert

Samstag, 28. Juli 2012

Neulich, im Baumarkt...

Es war ein heisser Tag. Morgens hatten Anton und ich schon angefangen die Terassse aufzuräumen und sauber zu machen. Dabei ist mit der Absperrhahn des Aussenwasserhahns abgesprungen und es sprudelte und spritzte nur so. Anton hatte seine helle Freude, jauchtze und sprang durch das Wasser, ich rannte in den Keller und sperrte den Hahn ab.
Leider fand ich den Absperrhahn nicht mehr wieder, ob wohl ich beherzt den Rosen eine Sommerfrisur verpasste. Also, nach dem Mittagsschlaf in den Baumarkt.
Hier angekommen wanderten Anton und ich gemächlich durch die Gänge. Ein älterer Herr lächelte uns immer wieder zu, blieb sogar  stehen und versuchte mit uns ins Gespräch zu kommen.
Ja, dachte ich bei mir, wieder jemanden die Woche geretet. Glückliches Kind mit glücklicher schwangeren Mutter, sooo schööön. Innerlich rollte ich die Augen und dirigierte meinen Sohn in die passende Abeilung. Wir wurden fündig, erstanden noch zwei Fliegenklatschen, von der eine mich nur knapp verfehlte. Hiner uns wurde dieses Ereigniss direkt von dem älteren Herren kommentiert. Sr stand jezt hinter uns in der Schlange. Wir lächelten nett. innerlich schlugen meine Augen Loopings.
Nach dem Bezahlen bekam anton noch ein Brötchen und wir gingen zum Parkplatz. Dort stand er schon und fing uns ab.
" Ach, dass ist so schön!"
" Ja, nur bei der Hitze fühle ich mich langsam wie eine fette Sehkuh!" ich verkniff mir die Frage ob er gerne mit mir tauschen würde. Still hoffte ich, dass er uns jetzt in Ruhe lassen würde.
" Nein, dass ist doch garnicht so! Haben Sie denn jemanden, der Ihnen das montiert?"
ich hatte, wie gesagt, nur einen Absperrhahn für einen Wasserhahn gekauft, keinen Bausatz für eine Wasserstoffbombe.
" Das geht schon so, danke."
" Ich würde Ihnen wirklich gerne helfen. ich finde das so toll"
" Dass ist bei der Hitze aber nicht toll!"
 " Doch, der Bauch ist doch toll!"
Sowas kann nur ein Mann sagen, oder?!
" Danke, doch ich platze gleich!"
" Hätte ich eine Chance den Bauch mal in Natura zu sehen?"
Jetzt hätten sie mich mal gucken sehen sollen!
" Bitte?"
Er lächelte etwas verschähmt.
" Könnte ich den Bauch mal in Natura sehen? Wissen Sie, ich finde das soo toll!"
" Bitte, was wollen Sie?"
" Ich finde schwangere Bäuche toll. Hätte ich eine Chance Ihren Bauch mal zu sehen?"
" Sicher nicht!"
" Auch nicht, wenn ich für den Kleinen was kaufe?"
" Nein, ganz sicher nicht!"
Mir fehlten die Worte!
Schwanger oder nicht, ich bin doch keine Wichsvorlage für so einen Typen!
Und dann mich noch versuchen mit Geschenken für mein Kind zu locken, mich quasie zu postituieren.
Treffen wir uns noch mal und traut er sich dann erneut mich anzusprechen, dann, dass können Sie mir glauben, dann wird der gute mehrere Wochen keine Errektion mehr bekommen können!
 Ich finde Baumärkte richtig schlimm!

Montag, 2. Juli 2012

Handwerker2.1

Wenn dieser *Piep* nicht langsam fertig wird, dann vergesse ich mich! Aber so richtig!
Heute morgen, bis 9.30 Uhr kein Dachdecker zu sehen.
Gestresst packte ich Anton ein und fuhr ihn zur Spielgruppe. Wir waren schon recht spät dran, da ich eigentlich um 9.30 Uhr einen Termin in der Autowerkstatt hatte. Also, alles hoppladihopp.
Anton abgeliefert, Auto weggebracht, mich über den Leihwagen gewundert und ins Krankenhaus zu meinem Vater gefahren. Der hatte sich mal wieder auf die Nase gelegt und jetzt benötigt er die 4. Hüfte. Danach wieder zur Spielgruppe gedüst, Anton abgeholt, mich wieder über den Leihwagen gewundert und nach Hause gefahren. Dort angekommen wunderte ich mich schon wieder. Die Terassentüre war auf und die Kaffeemaschine an. Sowas, dache ich, sowas, ich habe doch alles zu unde aus gemacht.Ganz uncharmant rief ich dann am Gerüst nach dem Dachdecker, der mittlerweile schon da war. Auf meine Frage, warum er erst so spät käme und nicht mal anrufen würde, antwortete er, dass er auch noch einen anderen Kunden hätte. Darauf antwortet ich, dass mir das doch bitteschön egal wäreund ob er die Kaffeemaschine eingeschaltet hätte.
Ja, jetzt setzte er sein Sonntagslächeln auf, er hätte mal Pipi gemusst. Ich sah ihn fragend an, was dass jetzt mit der Maschine zu tun hätte, mir entzog sich der Zusammenhang. Ja, er hätte Pipi gemusst. Ja, sagte ich, und wie sind Sie ins Haus gekommen? Durch das Schlafzimmerfenster, er lächelte weiter nett. jetzt sah ich ihn engeistert an. Er sagte darauf, ja, er wäre über das Gerüst ins Schlafzimmer, dann auf die Toilette und dann in die Küche, hätte die Kaffeemaschine angemacht, sich einen Kaffee gemacht und durch die Terassentüre wieder raus.
Können Sie sich vorsellen, wie ich geguckt habe!?
Drei mal versuchte ich ihm dann freundlich zu erklären, dass das jetzt wirklich nicht ginge. Als er beim 4. mal mir immer noch sagte, er hätte doch nur Pipi gemach und kein Aa, da bin ich ausfallend geworden. Da schien so etwas wie Verstehen durch das wirre Hirn zu geistern.
Was kommt als nächstet? Das Mittagsschläfchen auf dem Sofa?

Dienstag, 27. März 2012

Todesstrafe

Heute, im Radio, hörte ich, dass 90 000 Menschen weltweit zum Tode verurteilt sind.
 90 000 Menschen!
Ist das nicht beängstigend?
Wieviele Menschen sind davon unschuldig, oder wegen Belanglosigkeiten verurteilt?
Wieviele Menschen mussten und müssen ihr Leben auf Grund von religösen Eiferern oder ihrem Geschlecht lassen?
Wieviele Menschen wurden staatlich ermordet, weil sie nicht die gleiche politische Aufassung wie die regierende Partei teilten?
Wie oft führten rassistische Vorurteile zu einer Verurteilung?
Gibt es eine gerechte Todesstrafe?
Ist sie gerechtfertigt bei Mördern?
Und wer darf eigentlich über Leben und Tod entscheiden?
Ist das Aufgabe der Gesellschaft?
Oder ist es die Aufgabe jedes einzelnen? Du hast einen geliebten Menschen von mir umgebracht, jetzt entscheide ich ob Du weiterleben darfst.
Wohin führt so eine personenbezogene Rechtssprechung?
Wie würde ich mich entscheiden? Könnte ich den Schmerz, die Trauer und den Zorn vergessen und objektiv handeln? Vielleicht wäre es für mich auch eine Genugtuung zu wissen, dass dieser Mensch nie wieder frei sein wird, nie wieder leben wird, dass er seine Tat mit der gleichen Währung bezahlt.
Doch bin ich dann nicht ein Mörder? Ein staatlich geschützter und gesellschaftlich akzeptierter Mörder?
Gerne würde ich sagen können, nein, ich würde ihn weiterleben lassen, es würde mir reichen, wenn er sein Leben lang eingesperrt bleibt. Aber das kann ich nicht! Ich kann mich nicht von dem Hass-und Rachegedanken frei sprechen. Dass erschreckt mich! Gibt es für mich doch eine gerechte Todesstrafe?
Oder messe ich mit zweierlei Maßstäben? Dass ist das Leben der anderen und das ist mein Leben. Dass sind meine geliebten Menschen und das sind die geliebten Menschen der anderen.
Für mich ist die Todesstrafe unmenschlich !
 Auch wenn ich mich nicht frei sprechen kann von dem Rachegedanken.
Sie hat werder einen präventiven Einfluss auf weitere Gewalttaten , noch bringt sie dass Leben der ermordeten Menschen zurück.
 Eine Gesellschaft sollte für solche abscheulichen Gewalttaten eine lebenslange isolierte Einzelhaft vorsehen, ohne die Möglichkeit bei guter Führung Vergünstigungen zu erhalten. Lebenslang sollte Lebenslang sein und nicht auf 15 Jahre begrenzt werden.

Montag, 27. Februar 2012

Wissen Sie,

manchmal, da denke ich, ich bin näher am Wahnsinn als am wirklichen Leben.
Wenn Sie ein Kind, oder sogar mehrere haben, dann werden Sie mich verstehen. Nicht wegen des Kindes, oder der Kinder, nein, sondern wegen der ganzen so gut gemeinten Ratschläge.
Anton ist gerade gute 14 Monate alt. Was ereilt mich da für ein wunderbarer Ratschlag?!
Ich müßte ihn doch mal loslassen und nicht klammern.
 Gerstern teilte er mir dann auch mit, dass er gerne ein Busfahrticket zum Geigenunterricht hätte, dann könnte er dort alleine hin fahren. Auf seine 84 cm Größe und der Höhe der Ticketentwerter angesprochen entgegnete er mir, dass er nächste Woche sein Abitur hätte und somit in der Lage wäre verbal um Hilfe zu bitten.
 Ich vergass einfach!
Wenn Sie dann darauf antworten, dass der kleine Knirps bereits alleine in die Spielgruppe geht und Sie darauf als Antwort erhalten, klar, da bist du ja auch in Sichtweite, dann wundern Sie sich weiter. Denn entweder bilde ich mir dann ein,  alleine Erledigungen zu tätigen, oder mein Sohn hat Superkräfte. Beides beängstigt mich mehr oder weniger.
Wirklich, solche Ratschläge machen mich mürbe.
Ich versuche dann noch höflich zu bleiben, aber mir platzt dabei so die Hutschnur. Denn es sind nicht etwa Menschen mit Kindern, die sich aus dem Olymp zu mir Sterblichen herunterschwingen um mich an ihrem Wissen teilhaben zu lassen, nein, es sind Singels.
Komischer Weise versteht jede Mutter in meinem Umfeld meinen Ärger und empfindet solche Äusserungen, genau wie ich, als Zumutung.Als absolute Distanzlosigkeit.
Aber vielleicht werde ich ja irgendwann verstehen, warum Kinder als Allgemeingut gelten. Die von wirklich jedem begrapscht werden dürfen und dass auch wirklich jeder gute Ratschläge abgeben darf.
Es ist, glaube ich, wie mit der Medizin. Jeder saß schon mal im Wartezimmer bei einem Arzt, also haben alle auch ein bisschen Ahnung und dürfen diese dann zu allen unpassenden Gelegenheiten rausposaunen, alles anerkannte Experten eben.

Samstag, 21. Januar 2012

Namen

 Seit drei Tagen regt mich dieser irre Blog einfach auf. Chantalismus heißt er und ich habe ihn extra nicht verlinkt. Erst dachte ich in meiner oberflächlichen Art, mal eben drüber lesen, es wäre ein Blog über das Singen. Aber, nein, nach dem ich ihn angeklickt hatte musste ich sehen, dass hier über Kinder Namen in der übelsten Art und Weise hergezogen wird. Um es direkt klar zu stellen, ich bin auch keine Freundin von solchen Namen, aber wenn sich Eltern dafür entscheiden, dann ist das ihr gutes Recht. und Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Was ich jedoch so schrecklich gemein finde, diese Menschen ziehen über Kinder her, die ihnen nichts getan haben. nur weil ihnen deren Name nicht zu sagt und sie in ihrer eigenen kleinen Suppenschüssel so intolerant sind, dass sie nur diese pseudointellektuellen Bildungsbürgertum Namen tolerieren können. Und ich sage ihnen, diese Namen sind auch nicht das Gelbe vom Ei. Sag mir deinen Namen und ich sage dir in welchem pädagogischen Bereich mindestens ein Elternteil von dir tätig ist. Dass diesen Kindern auch nicht vorurteilsfrei begegnet wird, darüber redet niemand. Dafür wird dauerhaft auf den Marvins, Kevins und Jolies herum gehackt. Doch viele vergessen, dass auch deren Eltern den perfekten Namen für ihr Kind gesucht haben. Für ihr Kind, dass sie bedingungslos lieben. Wie gemein ist es da, jetzt über den Namen eines Kindes herzuziehen? Nur weil man die Größe nicht besitzt, andere Menschen mit ihren Eigenarten und Vorlieben so zu akzeptieren. Niemand verlangt, dass sie ihre Kinder so nennen müssen. Aber einfach mal den Mund halten, sich nicht weiter so übergriffig verhalten und es billigend in Kauf nehmen, dass andere Menschen verletzt werden, dass kann man verlangen.

Donnerstag, 5. Januar 2012

Sehr geehrter Herr Wulff,

um es mit der gebotenen Höflichkeit zu sagen, denken Sie nicht, dass es jetzt reicht?
Sie bekleiden in diesem Staat das höchste Amt, doch füllen Sie es seit mehrern Wochen nicht mehr aus.
Wenn Sie den Kredit und die Reisen von einem engen Freund der Familie bekommen haben, warum gaben Sie es nicht direkt an? Warum verschwiegen Sie es genant und versuchen jetzt noch, nicht um Ausreden verlegen, sich aus dieser Situation heraus zu lavieren.
Gestern im TV-Interview, ich persönlich war zu tiefst betroffen, ob Ihrer festsitzenden Arroganz der ganzen Sache gegenüber, spielten Sie die ganze Problematik zur Lapalie herab.
Über den Ausdruck, Bunderpräsident auf Bewährung, ereiferten und wehrten Sie sich wehement. Doch trifft dieser Begriff doch genau ins Schwarze! Selbst wenn all diese Dinge vor Ihrer Amtszeit geschehen sind, sie sind von Ihnen, Herrn Christian Wulff als Person, durchgeführt worden. Sicher, Sie werden sich auch weiter entwickelt haben, doch ganz ehrlich, diesen strategisch berechnenden Wesenszug werden Sie nicht abgelegt haben.
Ihr Anruf bei der Bildzeitung zeigt dies doch ganz deutlich! Warum stehen Sie nicht dazu? Warum lassen Sie den Wortlaut nicht veröffentlichen?
Und Herr Wulff, bedenken Sie, Sie sind immer noch im Amt des Bundespräsidenten, ein Staatsorgan, keine Privatperson. Wenn man es auf die Spitze treiben möchte, dann schränken Sie mit Ihrem Verhalten die Meinungsfreiheit und die Pressefreit in diesem Staat ein. Sie stellen sich über unsere Gesetze.
Herr Wulff, es ist Zeit zu gehen! Sie besitzen nicht die Klasse von Herrn Köhler, von der Rechtschaffenheit und dem Anstand ganz zu schweigen!
Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute.

Montag, 16. Mai 2011

Ich habe es getan!

Anton wurde in seinem Wagen von Herrn L. in den leeren Aufzug geschoben. Prima, dachte ich, Platz! Doch leider nur bis zur nächsten Etage. Dort stieg unter anderem eine ältere Frau zu, die mich direkt und ohne Umschweife von dem Kinderwagen wegdrängte. Antonton fliertete mit ihr, lachte sie an und gluckste. Nagut, wenn er Spass hat, bitte. Doch dann fuhr diese fremde Frau ihre Hand aus und fasste mein Kind an!
HerrL. sah mich an.
" Nicht anfassen!" konnte ich nur sehr deutlich sagen.
Sie gab darauf irgendetwas lapidares zurück.
Da habe ich es getan!
Ich fasste diese Frau ständig an ihrem Oberarm an, drückte und krabbelte.
" wissen Sie, kinder möchten auch nicht ständig angefasst werden, so wie Sie.", und krabbelte sie weiter.
HerrL. konnte sich kaum noch vor Lachen halten. Sie schaute jedoch sehr sparsam und schmallippig.Im Rausgehen wünschte sie noch "einen guten Tag", auch sehr schmallippig.
Was soll ständig dieses Gegrapsche?
Kinder habe auch Respekt verdient, sie sind kein Allgemeingut, an dem jeder mal drücken und krabbeln kann.Das ist einfach distanzlos!

Jeder der jetzt mein Kind anfasst, wird auch angefasst und bekrabbelt.

Montag, 8. November 2010

Knöllchen

Mhm, wie lange kann man ein Knöllchen denn liegen lassen, bis man es bezahlt?
Ich bin schließlich Bürger dieses Landes und mir gehören Anteile, wenn auch winzige, an dem Starenkasten!
Und um es mal deutlichst zu sagen, einer Schwangeren drei Punkte in Flensburg zu kommen zu lassen, dass ist wohl doch etwas übertrieben!
Dann können sie mir gleich vorwerfen, dass ich besoffen Auto fahre!
Aber irgendwann, da ist denen auch mal so übel!
Und dann, dann werde ich mich rächen!
Ich setze mich auf den Toilettendeckel und bewege mich kein Stück!
Sollen sie doch zu sehen, wo sie dann kotzen!

Mittwoch, 4. August 2010

Familie

Letztens, beim Geburtstagskaffeetrinken des Neffen.
Meine Schwiegermutter spricht ihren Sohn, Herrn L., an.
"Junge, Du willst aber nicht bei der Geburt dabei sein!"
Verwirrt sieht Herr L. seine Mutter an.
"Wieso?" fragt er leicht konsterniert.
"Du fällst doch um! Und das ist nicht schön, nein, gar nicht schön!Du fällst doch um!Aber das musst Du ja wissen, nur, wenn Du mich fragst, dann nicht."
Mittlerweile sehe ich sie auch etwas verwirrt an.Ich sehe meinem Mann an, dass er nicht weiß ob er gleich lachen oder los schreien soll. Doch sie sieht es nicht und redet fröhlich weiter.
"Also,Stephan wollte auch nicht bei der Geburt dabei sein. Ist ja aber dann doch dem Tienchen zu liebe mitgegangen und war gaaaanz begeistert. Er hat sogar die Nabelschnur durchgeschnitten!! Gaaaanz toll fand er das! Aber, Du, Junge, Du gehst da besser nicht mit!"
Das Tienchen ist die andere Schwester von Herrn L..
Herr L. sah seine Mutter weiter mit großen Augen an.
"Mama,wir haben das schon geklärt..."
"Dann ist ja gut! Ich will mich ja nicht einmischen, aber wenn Du mich fragst, dann solltest Du das lassen.Aber da müsst ihr ja noch drüber reden!"
Es folgte ein Blick in meine Richtung.
Ich lächelte.
"Ach, weißt Du, wir müssen da nichts klären.Das haben wir schon vor Jahren getan."
Ihr Blick sprach Bände!Sie sah ihren Sohn an.
"Ja, dann müßt ihr da noch mal drüber reden."
Jetzt wurde ich doch etwas verspannt.Die Erbse übrigens auch.Protestierend trat sie gegen den Bauch.
"Wir müssen da nichts mehr klären, es ist alles geklärt!"
Strafend wurde ich jetzt von meiner Schwiegermutter angesehen!
Herr L. sah seine Mutter immer noch sehr konsterniert an und meine Schwägerin starrte uns alle an.
Ich lächelte wieder und drehte mich einfach zu meiner Schwägerin um.

Wenn das so weiter geht, dann werde ich mein Kind im Dschungel in einem Buschkrankenhaus zu Welt bringen. Ich weiß, dass sie sich alle freuen und sorgen, doch was zu viel ist, dass ist zu viel!

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Gastarbeiter

Langsam empfinde ich es als anstrengend, dass öffentliche Personen sich so unverblümt ausländerfeindlich äußern dürfen. Und selbst in ihren öffentlichen Stellungnahmen nicht einen Hauch von Einsicht zeigen. Es waren die Gastarbeiter, die unser Land mit ihrer Arbeitsleistung aufgebaut und zu dem wirtschaftlichen Wohlstand Deutschlands beigetragen haben. Sie übernahmen viele Arbeiten, die von der deutschen Bevölkerung nicht übernommen werden wollten und führten diese mit einer Ernsthaftigkeit aus, die beispiellos ist. Sie nahmen die Witze und Anfeindungen gegen sie gelassen hin, immer mit dem Gedanken an ihre Familien. Damals sprach niemand über Integration! Es wurde voraus gesetzt, dass sie wieder gingen, in ihr Land, ihre Heimat, die sie in diesem fremden kalten Land sicher schmerzlich vermissten. Doch aus den paar Gastarbeiterjahren wurden Jahrzehnte und man blieb in diesem Land. Viele von diesen Menschen sind in so jungen Jahren nach Deutschland gekommen, dass sie plötzlich länger hier lebten als sie jemals in ihrer Heimat gelebt hatten. Dieses fremde Land war mehr Heimat als das Vaterland. Hier hatten sie sich eine Existenz aufgebaut, eine Familie gegründet und Freunde gefunden. Hier gingen ihre Kinder zur Schule und sie lebten hier als Teil dieser Gesellschaft, zwar als exotischer Teil, doch immer hin als Teil der Gesellschaft. Sie brachten ihren Kindern Tugenden wie Zuverlässigkeit, Bescheidenheit, Disziplin, Höflichkeit, Toleranz und Stolz auf ihre Arbeit bei. Menschen, die auf Kosten des Staates leben wurden mit Unverständnis betrachtet und Faulheit wurde verurteilt. Diese Menschen beleidigt Herr Sarrazin mit seinen pauschalisierten ausländerfeindlichen Aussagen!
Im Alltag sieht man mir nicht an, dass ich auch Ausländer bin, Gastarbeiterkind mit einer doppelten Staatsangehörigkeit. Doch auf dem Einwohnermeldeamt ist es für die Sachbearbeiterin mit dem polnisch stämmigen Nachnamen und dem charmanten osteuropäischem Akzent ersichtlich und sie bezeichnet mich als Ausländer, redet unverschämt mit mir und ich muss ihr unterschreiben, dass ich beide Staatsangehörigkeiten von Geburt an besitze. „ Das ist bei Ausländern so!“ Ihr lapidarer Kommentar. Ich bin hier geboren, hier aufgewachsen und kenne das Land meines Vaters nur von Urlaubsreisen und Besuchen der Verwandschaft. Deutschland ist mein Heimatland! Wie viele Anfeindungen müsste ich wohl erleben, wenn man es mir ansehen würde? Wie viele Vorurteile müsste ich ertragen und richtig stellen?
In solchen Moment schäme ich mich dafür mit solchen Menschen die gleiche Staatsbürgerschaft zu teilen, denn dass ist nicht das Land, das ich kenne!

Montag, 5. Oktober 2009

Roman Polanski

Sicher ist er einer der besten und innovativsten Regisseure unserer Zeit.
Ungefragt hat er in seiner Familiengesschichte furchtbare Katastrophen durchleben müssen, an denen andere schon längst zerbrochen wären.
Soviel Stärke kann man nur mit Hochachtung begegnen.
Doch darf sich ein Mensch über bestehende Regeln und Gesetzte hinwegsetzen, nur auf Grund dieser Tatsachen?
Kann diese schwere Vergangenheit als Generalablass für alle begangenen Straftaten dienen?
Roman Polanski entfloh der strafrechtlichen Verfolgung damals nach Paris. Wenn er nichts Unrechtes getan hätte, oder sich dessen nicht bewußt gewesen wäre, warum läuft er dann weg?
Er hat das Mädchen damals mit legalen und illegalen Drogen gefügig gemacht und sexuell mißbraucht. Die Aussage der erwachsen Frau von Heute lässt nur erahnen wie sehr sie darunter gelitten hat.
In allen Bevölkerungsgruppen werden pädophile Straftäter verurteilt und geächtet. Meist reicht schon ein ausgesprochener Verdacht um das Leben des Beschuldigten zur Hölle werden zu lassen. Ohne wenn und aber wird dann vorverurteilt und gerichtet! Ohne Rücksicht auf die schwere Vergangenheit des mutmaßlichen Täters. Nicht selten wird dann auch der Ruf nach der Todesstrafe laut.
Nur nicht bei Roman Polanski! Er hat den Prominentenbonus, ist jetzt schon ein alter Mann, hat fantstische Arbeit geleistet und hat wie bereits oben erwähnt, eine wirklich schreckliche Historie hinter sich gebracht. Doch entbindet ihn das aus der Verantwortung für sein Handeln?
Sein Opfer von damals mußte danach auch mit der Vergangenheit leben! Da hat niemand gefragt ob sie jetzt straftätig werden möchte, denn nach diesem Prinzip stände ihr das jetzt auch zu.
Herr Polanski soll für sein Handeln die Verantwortung tragen! Alles andere wäre nicht mit dem Gleichheitsanspruch unserer westlichen Rechtsysteme zu vereinbaren.
Kein Recht im Unrecht!

Dienstag, 15. September 2009

Wahl-Gesundheit

Bei Ihr auf die Sendung des SWR gestoßen. Hier werden Politiker mit ihren Fachbereichen konfrontiert! Mein persönliches Highlight ist Karl Lauterbach, der Gesundheitsexperte der SPD. Dieser Mann ist so welt- und fachfremd, dass es nur noch zum Heulen ist! Er scheint , fernab der realen Krankenhauswelt zu leben! Seine Verwunderung, über die tatsächlichen Zustände auf einer ganz normalen durchschnittlichen Intensivstation in Deutschland, läßt über seine Kompetenz keine Fragen mehr offen! Dieser Mann bestimmt durch seine Äußerungen und Ratschläge aktiv die Gesundheitspolitik mit! Und da wird immer noch nach dem Grund der Misere gesucht? Wenn solche weltfremden Menschen am Reißbrett die medizinische Versorgung einer Bevölkerung planen, ohne über den tatsächlichen Arbeitsablauf und die tatsächliche Arbeitsbelastung informiert zu sein, kann dabei doch wirklich nur grober Unfug rauskommen! Vielleicht hat Herr Lauterbach ja mal das zweifelhafte Vergnügen ein Flurbett beziehen zu dürfen, da die Station bis auf das letzte Bett belegt ist. Vielleicht hat er ja dann noch Glück und es gibt einen mobilen Zusatzmonitor für seine Überwachung, doch das ist auf Grund der prekären finanziellen Lage der Krankenhäuser äußerst selten. Da kann man doch Herrn Lauterbach nur wünschen, dass er nie ernsthaft krank wird! Sonst müßte er sich ernsthaft mit der von ihm gestalteten Situation im Gesundheitswesen auseinandersetzen. Und dann wäre ihm auch zum Gruseln!
Hier geht es zum Beitrag
Karl Lauterbach treibt sein Unwesen ab 6.25 Min .
Frau Künast finde ich persönlich noch ganz putzig und die Bäuerin sieht ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich.

Samstag, 11. Juli 2009

Alt-Herren-Gedeck

Karl-Heinz hat einen, der Willi auch und der Gustav erst recht. Einen dicken fetten Benz! Natürlich gab es den serienmäßig mit gehäkeltem Klorollenmuff, Schlägerkäppie und eingebauter Vorfahrt. Über Hämorriedenbeschwerden klagt da niemand mehr, die Sitze sind so weich und die Federung so galant, da schwebt man über den Asphalt. Die Farben sind dezent dem älteren Baujahr der Besitzer angepasst und bewegen sich zwischen Racinggreen und Weinrot, das sportive Silbergrau nicht zu vergessen. Das es da mal schnell passiert, dass der passionierte Fahrer den restlichen Kleinwagenpöbeln auf den Strassen übersieht, ist doch mehr als verständlich. Oder liegt es vielleicht an dem fortgeschrittenen Alter des Fahrers und den damit einhergehenden Gebrechen, wie zum Beispiel eine Sehfeldeinschränkung? Aber die eingebaute Vorfahrt richtet das Verkehrsproblem schon. Dass Karl-Heinz, Willi und Gustav das Verkehrsproblem darstellen, das wäre eine böse Vermutung. Denn alle drei fahren schon 60 Jahre unfallfrei, nicht zusammen, sondern jeder. Und gibt es denn keinen Respekt mehr vor dem Alter und für dessen Verdienste? Da ist es doch wirklich nicht zu viel verlangt, mal die Vorfahrt abzugeben oder als Fußgänger zur Seite zu springen, die Jugend ist doch noch so schön beweglich! Ja, Karl-Heinz, Willi und Gustav, bis sie dann wegen solcher verkehrsuntauglichen Greise wie euch mit einer Querschnittslähmung im Krankenhaus liegt und sicher nicht euer biblisches Alter erreichen wird, dafür habt ihr dann schon gesorgt.

Sonntag, 14. September 2008

Tanner geht

Tief bewegt hat mich der Auszug des Buches "Tanner geht" in der Welt.
Ulrich Tanner, geboren 1956, leidet an Aids, Darmkrebs und Parkinson. Um seinem Leben ein selbstbestimmtes Ende setzen zu können, wendet er sich an die schweizer Organisation Dignitas. Dignitas ermöglicht schwerkranken Menschen in der Schweiz, durch Bereitstellen einer tödlichen Menge eines Betäubungsmitels, den selbstbestimmten Tod.
Doch Dignitas ist kein caricativer Verein, der sich aus Spenden finanziert. Ulrich Tanner hat für diesen Service rund 6.000 Euro bezahlt, dafür aber allinklusiv. Von Behördengängen angefangen, bis zur Überstellung seiner, ihn dann enthaltenden Urne.
Herr Tanner wandt sich an Dignitas und mußte erst einmal warten. Warten, ob Dignitas ihn für krank genug erachtet, dass er sich mit ihrer Hilfe das Leben nehmen darf. Dignitas entscheidet also, welche Krankheit würdig ist, seinem Leben ein selbstbestimmtes Ende zu setzen. Ebenfalls entscheidet Dignitas, wann der selbstbestimmte Tod einzutreten hat. Die Organisation vergibt Termine für den geplanten Selbstmord. Früher oder Später? Lieber nicht! Hier geht sehr viel von dem liberalen Gedanken eines selbstbestimmten Lebens mit einem selbstbestimmten Ende verloren. Die horende Aufwandsentschädigung lässt auch an der humanitären Gesinnung von Dignitas zweifeln.
Wäre Herr Tanner nicht vermögend, dann hätte er die Behördengänge als schwerkranker Mensch selbst durchführen müssen. Sicher, dabei hätte er seine Entscheidung hinterfragen können, doch er litt an starken Schmerzen. Behördengänge wären zur Qual geworden. So bezahlte Herr Tanner die Gebühr und arrangierte sich mit dem zugeteilten Todestag.
Warum mußte Herr Tanner in Deutschland Schmerzen ertragen? Warum geht in Deutschland niemand auf den Wunsch totkranker Menschen ein, eines selbstbestimmten Endes? Wäre es nicht humaner, wenn Herr Tanner seinem Hausarzt den Wunsch vortragen würde und dieser ihn mit einem Psychologen und einer guten Schmerztherapie begleitet, bis der Mensch sagt es reicht, jetzt ist Schluss?
Der Mensch wäre schmerzfrei, in seiner vertrauten Umgebung, mit seiner Familie und seinen Freunden. Er hätte einen vertrauten Ansprechpartner, der auf geringfügige Veränderungen reagieren kann. Die professionelle psychologische Hilfe würde ihn stabilisieren und, wenn es perfekt läuft, ihm vielleicht den größten Teil seiner Ängste nehmen. Mit einer rechtlich abgesicherten, für alle Parteien verbindlichen, Patientenverfügung könnte der Mensch seinen Leidensweg eingrenzen und somit ein selbstbestimmtes Ende setzen. Die Schmerzfreiheit ist aber hier erste Pflicht! Wie soll sich denn ein Mensch frei entscheiden können , wenn er von vernichtenden Schmerzen gequält wird? Hier sind die Ärzte gefragt. Ist es schlimm, wenn ein totkranker Mensch, dessen Zeit offensichtlich begrenzt ist, abhängig wird? Nebenwirkungen sollten vermieden und falls sie auftreten ausgemerzt werden, aber nicht auf Kosten der Schmerzfreiheit. Viele Hospize arbeiten so.
Doch was ist, wenn sich jetzt der Mensch aus freiem Willen, in einem stabilen psychischen Zustand dafür entscheidet seinem eigenen Leben ein Ende zu setzen? In Deutschland hilft da nur, um es platt auszudrücken, von der Brücke springen. Warum darf der Arzt nicht den totkranken Menschen, die er begleitet, wo die Einnahme ohne Missbrauch gewährleistet ist, ein tötlich dosiertes Betäubungsmittel verschreiben? Der Patient entscheidet dann selber, wann und wo er es einnimmt und ob er alleine oder im Kreis seiner vertrauten Menschen sterben will. Er müßte nicht wie Herr Tanner in ein fremdes Land zum Sterben fahren. Er müßte dann auch nicht das Mittel in einem fremden Hotelzimmer alleine einnehmen, er hätte die Wahl.
Zeitweise mußten diese Menschen ihren Selbstmord in der Schweiz auf einem Rastplatz durchführen , da es Dignitas untersagt wurde, Wohnungen oder Hotelzimmer dafür anzumieten. Besorgte Anwohner hatten sich beschwert, der ständige Leichenwagen beunruhigte sie.
Dignitas wich dann eben in die freie Natur und den Gesetzen aus, ohne eine Lösung für ihre Kunden anzustreben. Sie wollen sterben? Aber gerne, bitte hier auf dem Rastplatz!
Ist so etwas von einem humanitären Gedanken geprägt?
Herr Tanner entschied sich trozdem für Dignitas. Welche Möglichkeit hätte er sonst gehabt?
Er regelte alles, verbrachte sein letztes Weihnachtsfest bewußt alleine zu Hause und feierte Sylvester mit seinen Freunden. Herr Tanner zählte die Tage bis zu seinem Tod, entwarf seine eigene Todesanzeige, da er seinen Freunden nicht zumuten wollte, diese zu schreiben oder für ihn zu gestalten. Er beschäftigte sich mit seiner Vergangenheit und setzte sich mutmaßlich mit seiner Situation auseinander.
Früher träumte er davon ein Bild eines bestimmten Künstlers zu besitzen. Herr Tanner war vermögend. Auf die Frage des Journalisten, warum er sich denn nicht noch diesen Traum erfüllen würde, antwortete er, dass er nur noch 37 Tage zu leben hätte und man in seiner Situation nicht mehr träumen würde. Träume hätten etwas mit Zukunft zu tun, und die hätte er nicht. Der Journalist fragte, ob er es sich denn nicht noch einmal überlegen möge.
Herr Tanner antwortete darauf, dass er nichts verstanden hätte oder in welcher Situation er sich befände.
Das Buch erscheint am 9.9.2008 unter dem Titel " Tanner geht".