Dienstag, 6. Mai 2008

Nachbarn

Unsere direkten Nachbarn, wir leben in einer Doppehaushälfte, hatten am Wochenende Grillbesuch mit Kindern. Selber besitzen sie drei großartige Jungs.( Das sage ich nicht nur so daher, ich finde sie wirklich klasse und die Eltern haben auch nicht meine Blogadresse, für die Rummäkler)Zeitweise hört es sich zwar an als ob der kleinste ohne Unterlass gegen die Wand gedroschen wird, aber er geht dafür noch sehr senkrecht und hat auch sonst keine erkennbaren Ausfälle. Die drei Jungs spielten dann im Garten mit ungefähr vier zugereisten Kindern Football. Besonders tat sich ein kleines zierliches dunkelhaariges Mädchen hervor, sie rannte alles nieder! Die Jungs hatten soviel Respekt wenn sie im Ballbesitz war, sie konnte durchlaufen. Jeder kann sich jetzt vorstellen, das die Geräuschkulisse lauter wurde. Auch die grillenden Eltern haben laut gelacht. Das geht hier in dieser Nachbarschaft aber leider nicht, laut lachen! Katherina und Johannes , die wohnen gegenüber, hinter dem Garten, beschwerten sich das zu laut gelacht wurde! Wer kann da noch lachen?

Sonntag, 4. Mai 2008

Zaungäste

Die Groupies standen mit aufgerissenen Augen und weit geöffneten Mündern am Zaun. Ihre kleinen Hände klammerten sich fest, vor Anspannung. Selbst ihre Schlüpfer hätten sie geschmissen, wenn es denn geholfen hätte! Man konnte in den kleinen Gesichtern sehr genau die Gedanken lesen. Sie wollten nur eins - mitspielen! Genauso laut und wild und lustig sein wie unsere Nachbarsjungs mit Besuch. Da aber ihre Eltern unsere Nachbarn und uns für Satan halten, war das nix mit mitspielen. Sie taten mir aus tiefstem Herzen leid! Erwachsene sind wirklich richtig schrecklich!

Samstag, 3. Mai 2008

Entscheidungsschwach

Warum bin ich soooo Entscheidungsschwach! Oder vielleicht bin ich auch nur zu schisserig, ich weiß es nicht! Eigentlich habe ich ja schon einen Masterplan, aber der scheint nicht so zu funktionieren wie ich mir das vorstelle. Ich brauche Plan B!

Nachbarn

Es ist 17.45 Uhr und unsere Spiessernachbarn schmeißen aus lauter Neugier die Motorsäge an. Gut, sägt er sich ein Bein, Arm oder gar den Kopf ab muß ich eben Pipi und rein. Erste Hilfe hat er nicht von mir zu erwarten! Er trägt auch keine Schutzkleidung, muß man als Mann auch nicht, wächst alles nach, keine Sorge, ist so.
Aber wir sind diesmal nicht das Spionageobjekt, sondern unsere direkten Nachbarn. Die wagen sich doch tatsächlich mit Besuch auf der Terasse zu grillen! Und laut zu lachen! Das Samstags, ist doch Wochenende, da will doch jeder seine Ruhe! Und jetzt die Kettensäge! Ich werde das genau beobachten!
( Anmerkung: Seit Jahren wundern sich unsere gutbürgerlichen Nachbarn womit ich mein Geld verdiene, ich bin ja nur zu Hause! JA, ja! Für alle Interessenten: Der Wohnwagen steht an der B224 Müngstnerbrücke, Termine nach Vereinbarung oder von 21.00-5.00 Uhr Mo.-Sa. aber Wartezeiten möglich)

Donnerstag, 1. Mai 2008

Ach, ach...

Ach, jetzt sitze ich hier seit zwei Wochen schon blöd rum! Wegen einer Wade! Das ist so was von langweilig hier, das glaubt mir niemand. Mein Kater hatte sich vor zwei Wochen relativ kurzfristig dazu entschieden, mir in die rechte Wade zu beißen, nicht zwicken, beißen, bis zum Muskel durch! Aber ich bin ja hart im Nehmen und somit weigerte ich mich gute vier Stunden trotz fehlendem Tetanusschutz ins Krankenhaus zu fahren. Für die neugierigen, nein, es hat nicht sehr geblutet und es tat nur ein bisschen weh, nicht der rede wert. Nur das es so hart wurde, das beunruhigte mich dann doch. Dreißig Minuten später steckte eine Knopfsonde zwei Centimeter tief in meiner Wade. Seit dem sitze ich hier fest, mit hochgelegtem Bein. Das Nachmittags Fehrnsehprogramm ist auf Dauer beängstigend. Wenn draußen wirklich soviele Irre rumlaufen, dann benötige ich für unseren Garten eine Selbstschußanlage. Unsere Telefonflatrate weiter zu strapazieren, traue ich mich nicht mehr, entweder kündigt uns die Telefongesellschaft oder ich habe in ungefähr zwei Wochen keine Freundinnen mehr. Wer mag schon jemanden, der ständig jammert - mir ist so langweilig , nein, ich will nicht schlafen, hier ist es sooo langweilig! Und weiterhin dreitausend kcal pro Tag in mich reinstopfen, das sprengt mein Budget, schließlich will ich diesen Sommer noch eine Holzterasse bauen, da kann ich nicht das ganze Geld für Klamotten ausgeben! Falls mir jetzt jemand Handarbeiten vorschlagen möchte, das geht nicht! Das macht mich agressiv! Stricke oder Häkeln - furchtbar! Da fehlt mir ein Gen!Bloggen? Hier passiert nichts! Selbst Nachbarn belauschen funktioniert nicht, die sind nämlich arbeiten. Aber heute ist mein Glückstag: Feiertag! Mein Mann ist zu Hause und ihm muß ich jetzt gerade mal den Witz aus dem Nachmittagsprogramm erklären. Bis später....

Sonntag, 20. April 2008

MC- Senior

Letztens bei MC-Donalds...
Hinter uns saß ein älteres Ehepaar, beide bestimmt an die siebzig Jahre alt. Sie las die Bildzeitung und er kaute unwillig auf irgendetwas rum, eben solange die Haftcreme hält. Kein Wort, nur Geraschel. Plötzlich, ganz unvermittelt fing er an etwas zu suchen. Sie:" Was ist denn?" Er:" Das Handy!" Sie, nachdem sie es gefunden hatte: "Wofür brauchst Du es denn?" Er:" Zum Telefonieren! Bettina!" Sie:" Warum willst Du sie denn anrufen?" Er:" Die soll morgen die Inge zum Kaffee einladen!" Sie :" Ach so!" Gesagt, getan, er wählte. Weiterhin Stille! Sie raschelte erwartungsvoll mit der Zeitung. Er :" Hier ist der Opa!" ( Unter uns, das wäre für mich das Codewort - Verbindung leider abgebrochen!) Sie hörte auf zu rascheln, war jetzt wohl zu spannend. Er :" Ich will mit Deiner Mutter sprechen, wir müssen etwas abklären. - Wie?- Wo ist sie denn? " Die Mutter, bzw. Tochter kannte anscheinend das Codewort. Er:" Wie geht es Dir?" Er erinnerte sich jetzt, dass war doch wohl sein Enkel. Ob er wohl Haftcreme schnüffelt? Gut, der vermeindliche Enkel hatte seine Mutter wohl wieder gefunden - der Kongo ist doch nicht so weit weg! Er:" Hallo, Du lädst morgen Tante Inge zum Kaffee ein! Wir kommen auch!" Die Antwort dauerte keine Minute. Er legte auf. Sie:" Und?" Er:" Sie will nicht, null Kontakt!" Sie:"Null ( jetzt kommt der Brüller) sozialen Kontakt!" Er:" Soll Dir schöne Grüße bestellen." Sie:" Gut." Beide hatten daraufhin ihre Mission beendet, hektisches Geraschel und Gestöhne, die künstliche Hüfte ist auch nicht mehr die frischeste. Beide begaben sich schlurfend Richtung Ausgang, aber nicht ohne noch mal die Speisetafel zu betrachten. Beide schüttelten synchron den Kopf, einen Nachschlag gab es nicht mehr. Aber ein bisschen Hoffnung hatte ich noch, vielleicht macht Inge ja Kaffee und Kuchen.

Mittwoch, 16. April 2008

Freitag

Es war Freitag und es war ungefähr fünfzehn Uhr. Mein Auto und ich fuhren gemächlich auf eine Ampel zu. Da sah ich sie. Bestimmt an die sechzig muslimische Männer, manche sogar in ihrer traditionellen Kleidung. Sie strömten redend und gestikulierend, sich begrüßend und lachend über die Bürgersteige. Jede Altersgruppe war vertreten in dem großen Ganzen. Ein vollkommen harmonischer Anblick, der mich schmunzeln ließ. Gut Frauen gab es in der Gruppe nicht, aber darüber sah ich dann mal gönnerhaft hinweg. Die meisten Religionen sind doch Religionen für Männer. Da können wir uns auch nicht freisprechen. Und um ehrlich zu sein, mir eine Stunde lang das männliche Weltbild eines fremden Menschen als Frau in einem Gottesdienst anhören zu müssen, da bleibe ich lieber zu Hause und lese ein gutes Buch! In meiner anarchistischen kleinen Welt wird Gott das schon verstehen. Aber diese Gruppe von Männern verströmte ein so harmonisches und friedfertiges Bild, vollkommen aufgehend in der Situation. Religion nicht als Pflicht sondern als gesellschaftliche Struktur, die Halt gibt aber auch unleugbare Gefahren in sich birgt. Mir schoss durch den Kopf, dass so manche christliche Gemeinde von solch einem regen Zulauf nur träumen könnte. Die ungefähr zwanzig, leicht depressiv verstimmt aussehenden Sonntagskirchgänger sind meist sechzig ade und preisen den Herren in Anbetracht des noch ausstehenden Sonntagsbraten in Rekordgeschwindigkeit. Meist kennt man sich untereinander nur flüchtig und legt selten Wert auf ein vernünftiges Gespräch.
Aber mein Auto und ich standen immer noch vor der roten Ampel. Aus dem Augenwinkel sah ich eine Person die Strasse überqueren. Springerstiefel, Armeerucksack mit der Deutschlandflagge und mit einem grünen Barett auf dem Kopf. Erst dachte ich, ich hätte mich verguckt, aber nein, so ein kleiner Rechter lief zwischen den ganzen Muslimen über die Strasse! Und es war wirklich ein Würstchen, spindeldürr, mit Brille und fettigen Haaren. Der Rucksack und die Stiefel liefen fast ganz alleine. Ein bemitleidenswerter Anblick. Er hielt den Kopf gesenkt, schaute werde rechts noch links und lief stur gerade aus. Er wurde nicht angepöbelt oder beschimpft. Keiner nahm Notiz von ihm oder Anstoß an ihm. Er durfte mit ihnen den Bürgersteig teilen, ganz selbstverständlich. Er ist eben so wie er ist! Doch wie wäre die Situation ausgegangen wenn die Verhältnisse umgekehrt gewesen wären? Sicher nicht so friedlich.
Die Ampel sprang auf grün und mein Auto und ich fuhren nach Hause.